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Das Erdöl – Woher? Wieso? Warum?

Das Erdöl – Woher? Wieso? Warum?

Erdöl dient zur Erzeugung von Elektrizität und als Treibstoff. Es steckt in Kunststoffen, Farben, Medikamenten und Kosmetika. Erdöl ist in unserem Alltag allgegenwärtig, und die moderne Industriegesellschaft ohne den Rohstoff kaum vorstellbar. Doch was unseren bequemen Lebensstil sichert, sorgt andernorts für Umweltzerstörung und erbitterte Auseinandersetzungen.

Frühere Nutzung von Erdöl

Erdöl, das als zähe schwarze Masse an die Erdoberfläche gelangt, kennen die Menschen schon lange. Schon in der Steinzeit befestigten Jäger ihre Pfeilspitzen mit diesem klebrigen Bitumen (manchmal auch Pech oder Teer genannt). In der Gegend des heutigen Iraks dichtete man damit bereits vor mehr als 5000 Jahren Boote ab.

Später diente es auch kriegerischen Zwecken. So tauchten zum Beispiel persische Bogenschützen ihre Pfeile in Bitumen und zündeten sie an. 

Die alten Griechen bauten mit der erdölhaltigen Masse regelrechte Flammenwerfer. Auch die ersten Erdölbohrungen liegen lange zurück: Bereits vor mehr als 2000 Jahren bohrte man in China nach Öl.

Der erste Erdöl – BOOM

Die Ausbeutung des Rohöls im großen Stil begann im 19. Jahrhundert. Grund dafür war die Suche nach einem guten und billigen Lampenbrennstoff – denn Walöl war nur für die Reichen erschwinglich, Talgkerzen rochen unangenehm und Gasflammen gab es nur in wenigen, modernen Häusern. 

Mitte der 1840er Jahre wurde im heutigen Aserbaidschan nach Öl gebohrt, in Baku am Kaspischen Meer. Die Bohrung fand zwischen 1844 und 1849 statt und gilt damit als erste der Welt.

Bis in die 1920er Jahre blieb die Verwendung als Leuchtmittel die wichtigste Nutzung von Erdöl. Doch dann trat das Automobil seinen Siegeszug an – und mit ihm das Erdöl als Treibstoff.

Verarbeitung von Erdöl

Rohöl ist ein Stoffgemisch aus mehr als 500 Komponenten. Es besteht hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen mit unterschiedlichen Siedepunkten. Das nutzt man aus, um in einer Raffinerie mittels Destillation die verschiedenen Erdölprodukte zu gewinnen. 

In der Erdölraffinerie wird das Erdöl in seine unterschiedlichen Bestandteile wie Leichtes und Schweres HeizölKerosin sowie Benzin u.a. in Destillationskolonnen aufgespalten. In weiteren Schritten können aus dem Erdöl die verschiedensten Alkane und Alkene erzeugt werden. 

WOZU BRAUCHEN WIR ERDÖL?

Wozu brauchen wir es nicht?

Wie bereits zuvor erwähnt besteht Erdöl aus Kohlenwasserstoffketten die bei der Fraktionellen Destillation aufgespalten werden um weitere Produkte herzustellen.

Es wird zwar immer wieder behauptet, dass der Erdölvorrat zu Ende gehen wird. Allerdings kommen diese Statements meistens aus der Ecke der Umweltschützer um die breite Masse dazu zu bewegen ein Alternativprodukt zu suchen.

Die Fördermöglichkeiten werden immer fortschrittlicher und effektiver. So ist es Explorationsunternehmen möglich aus bereits „leer“ geglaubten Reservoirs weiterhin Öl und Gas zu fördern.

Die massiven Nachteile von Erdöl dürfen nicht vergessen werden.

Wenn eine Katastrophe passiert, dann leiden alle darunter.

Von der Verschmutzung der Meere durch Öl nimmt die Öffentlichkeit meist dann Notiz, wenn ein Öltanker in schwerer See zerbricht oder eine Plattform havariert, wie im Frühjahr 2010 die „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko.

In solchen Fällen treiben oftmals Ölteppiche auf die Küsten zu und Meeresvögel oder Seehunde verenden. Spektakuläre Tankerunfälle aber tragen nur etwa zu 10 Prozent zur globalen Ölverschmutzung der Meere bei. Das meiste Öl gelangt auf vielen, eher verborgenen Wegen ins Wasser. Entsprechend ungenau sind die Schätzungen der weltweiten Einträge.

Rund 5 Prozent stammen aus natürlichen Quellen, circa 35 Prozent aus dem laufenden Betrieb der Tank- und übrigen Schifffahrt inklusive illegaler Einleitungen und Tankreinigungen. Darüber hinaus werden zu den Öleinträgen auch die flüchtigen Öle.

Was machen wenn das Erdöl ins Meer gelangt?

Gelangt Öl ins Meer, breitet sich schnell ein Ölteppich aus. Da das Öl leichter ist als Wasser, schwimmt es an der Oberfläche. Es gelangt aber in Klumpen auch in tiefere Meeresschichten. Um zu verhindern, dass sich das Öl ausbreitet, versucht man, den Ölteppich mit großen Schläuchen einzudämmen.

Deepwater Horizon im Golf von Mexico – 800 Millionen Liter Öl gelangten ins Meer

Wenn das Wetter mitspielt, können dann Spezialschiffe das Öl absaugen. Wenn es allerdings windig ist und hohe Wellen das Wasser aufwühlen, ist das unmöglich. Auch mit Chemikalien oder Feuer wird versucht, das Öl zu vernichten. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist aber ungewiss und viele Tiere kommen dabei ums Leben.

Der zypriotische Tanker „Haven“ brennt vor der Kueste von Genua. Schwarzer Rauch steigt von dem Schiff, das iranisches Rohoel geladen hat, auf. Cypriot oil tanker „Haven“ burning in the Gulf of Genoa. Int.Nr.:- ©Vaccari/Greenpeace – 9104301 – (×××)

Wenn Öl aus einem Bohrloch unter Wasser austritt, ist die Sache noch komplizierter. Bei dem Unglück im Golf von Mexiko wurde versucht, das Öl abzusaugen oder das Bohrloch zu stopfen. Das ist allerdings sehr schwierig und bisher noch nicht gelungen.

Der Oeltanker „Baltic Carrier“ war zuvor in der Kadetrinne (Ostsee) havariert und hat ueber 2600 Tonnen Oel verloren. Das Oel ist an die daenischen Straende getrieben worden, zehntausende Voegel sind verendet. ©Fred Dott/Greenpeace – 0102916 – (×××)

Alle Erdölkatastrophen bis heute

Die Havarie des Öltankers Exxon Valdez 1989, bei der rund 40.000 Tonnen Rohöl in arktische Gewässer ausliefen, führte zur bisher größten Ölkatastrophe in der US-amerikanischen Geschichte. Erst 2010 kam es noch schlimmer: Nach der Explosion der Bohrplattform Deep Water Horizon im Golf von Mexiko flossen rund 780 Millionen Liter (umgerechnet etwa 670.000 Tonnen) Erdöl ins Meer.

Die Exxon-Valdez-Ölpest war damals der Auslöser für eine neue Regelung, doch an der bestehenden Tankerflotte änderte sich dadurch erst einmal nichts.

Leider musste dafür erneut ein Unglück passieren. 1999 havarierte der Tanker Erika vor der französischen Atlantikküste und verlor 17.000 Tonnen Öl. Daraufhin beschloss die IMO im Frühjahr 2001, einwandige Tanker schneller als ursprünglich geplant aus dem Verkehr zu ziehen. Nun galt: Bis 2015 sollten sämtliche Einhüllentanker von den Meeren verschwunden sein.

Zu spät!

A volunteer is holding a bird stained with oil, after having been rescued from the area affected by the sinking of the Prestige.

Gab es Lösungsversuche?

Nach dieser und weiteren Katastrophen verkürzte die IMO die Frist erneut. Seit 2010 dürfen keine Einhüllentanker mehr auf den Ozeanen fahren und sowohl die Zahl als auch die Schwere der Katastrophen haben endlich abgenommen.

Doch auch Doppelhüllentanker bieten keine absolute Sicherheit: Die Kollision des Doppelhüllentankers Baltic Carrier mit dem Frachter Tern im Frühjahr 2001 in der Ostsee hat dies deutlich gezeigt. Rund 2500 Tonnen Öl liefen bei dieser Kollision in die Ostsee und verschmutzten weite Teile der dänischen Insel Falster und benachbarter Inseln.

A Greenpeace diver reveals oil saturated hands off the Island of Cies.

Die ersten Tanker verkehren sogar schon auf der arktischen Nordost-Passage, die aufgrund des Klimawandels in den Sommermonaten passierbar ist. Ein Unfall in dieser Region hätte katastrophale Folgen für das einzigartige arktische Ökosystem.

Passend zu der aktuellen Erdölkatastrophe kommt die Diskussion über die Notwendigkeit von Erdöl auf…

Hier ein Video zu der womöglich bekanntesten Erdölkatastrophe: Deepwater Horizon

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Vielen Dank fürs Lesen.

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Help Me Out

Kommentiere (3)


  1. Alexandra Messner

    Danke für diesen Beitrag. Habe noch nie soviel geschichtliches zum Thema Erdöl gelesen. Sehr interessant und gleichzeitig erschreckend, was mit Fauna und Flora bei einem Unfall passiert.

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